Wenn KI den ersten Entwurf in dreißig Sekunden erstellt, verschwindet die Arbeit nicht unbedingt.
Sie wandert teilweise von „schreiben“ zu „prüfen“.
Stimmt die Zahl? Passt der Kontext? Fehlt etwas? Klingt das nur plausibel oder ist es auch richtig?
Der Kollege ist schnell. Review braucht er trotzdem.
Bei neuen technischen Aufgaben versuche ich, nicht jede Schwierigkeit sofort an KI weiterzugeben.
Gerade am Anfang lerne ich manchmal mehr aus zehn Minuten eigenem Scheitern als aus einer sofort funktionierenden Lösung.
KI kann die Lernkurve beschleunigen. Sie kann aber auch sehr bequem die Stelle überspringen, an der man verstanden hätte, warum etwas nicht funktioniert.
Bei uns taucht KI vor allem bei den langweiligen Sachen auf.
Meetingnotizen kürzen, aus Stichpunkten eine Mail machen, einen langen Text erst mal zusammenfassen.
Das spart mir tatsächlich Zeit.
Sobald aber Kontext fehlt oder irgendetwas entschieden werden muss, bin ich wieder selbst dran.
Revolution fühlt sich anders an. Praktisch ist es trotzdem.
Eine allgemeine KI kann erklären, wie ein Prozess normalerweise funktioniert.
Für die Frage „Wie machen wir das bei uns?“ braucht sie plötzlich interne Dokumentation, aktuelle Dateien und die Regeln des eigenen Teams.
Ohne Kontext bleibt selbst eine gute Antwort manchmal nur gut allgemein.
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